aktuell ergänzt: Pressepiegel (pdf-Datei)

 

Der „Verband Deutscher Verkehrs-Amateure“ feierte am letzten August-Wochenende im Bergischen Land mit einem abwechslungsreichen Jubiläums-Programm sein 60-jähriges Bestehen. Die Nahverkehrsfreunde erfreuten sich an mehreren Sonderfahrten, sei es mit historischen Obussen und Bussen, einem Fahrgastschiff, dem Kaiserwagen und historischen Straßenbahnen bei der BMB in Wuppertal. Auch wurde aus diesem Anlass das dritte Jubiläumsbuch „Straßenbahnen in den sechziger Jahren“ vorgestellt.

Der VDVA wurde am 10. August 1956 in Traifelberg (Württ.) anlässlich der dort stattfindenden Jahrestagung gegründet. Zum Vorsitzenden wurde damals Günter Stetza aus Essen gewählt. Der VDVA konnte rechtzeitig zur 67. Jahrestagung seine Gemeinnützigkeit 1) bekannt geben, nachdem das Vereinsgericht (Essen) und das Finanzamt (Karlsruhe) ihre Zustimmung erteilt hatten. Ziele der Gemeinnützigkeit sind sowohl die Führung und weiterer Ausbau eines Archivs über die Geschichte der Verkehrsentwicklung als auch die Herausgabe von Literatur. Das umfangreiche Fotoarchiv mit mehreren tausend Straßenbahnbildern umfasst vorwiegend Aufnahmen aus den Jahren 1930 bis 1960. Auch Obus-, Bus- und Eisenbahnbilder sind vorhanden. Darüber hinaus besteht Zugriff auf die Bestände und Sammlungen anderer Verkehrsfreunde. Über 150.000 Aufnahmen namhafter Fotografen sind so zugänglich. Das verfügbare Material wird ständig erweitert.

Am Jubiläumswochende, am 27. August während eines Festprogramms, ist bei der BMB (Bergische Museumsbahnen) in Wuppertal-Kohlfurth das dritte Jubiläums-Buch 2) „Straßenbahnen in den sechziger Jahren“ vorgestellt worden.

Das Fest-Wochenende „60 Jahre VDVA“ fand im Bergischen Land statt, es begann am Freitagmittag mit einer Oldtimerobus-Sonderfahrt mit den beiden historischen Obussen in Solingen, gefolgt von einer Schiffstour auf dem Baldeneysee (mit Mitgliederversammlung ).

Der Samstagmorgen begann mit einem Sektempfang im Schwebebahn-Park nahe der Endhaltestelle Vohwinkel und einer anschließenden Sonderfahrt mit dem Kaiserwagen. Zwei historische Busse fuhren die Teilnehmer durch Wuppertal, Zwischenziel war die Bergbahn-Trasse mit einer Wanderung zum Toelleturm und Besuch der kleinen Ausstellung im Tennisheim. Weiter ging es zur BMB, wo zunächst zwei Fahrten 3) durchgeführt wurden, jeweils gefolgt von einem Arbeitswagen. Danach erfolgte eine Stärkung an der Bergischen Kaffeetafel. Und es folgte eine weitere Fahrt von der Kohlfurth nach Greuel, dieses Mal mit dem ex Barmer Bergbahn-Triebwagen 94, gefolgt von dem ex Solingener Schleifwagen 41, Tw 94 konnte abschließend im letzten Sonnenlicht an der Schulkohlfurth optimal ablichtet werden. Nach einer Abendstärkung und der Buchpräsentation wurde dem ausrichtenden Verein BMB ein Spendenscheck überreicht: hatten doch mehrere Teilnehmer aus auf eine Vorjahres-Rückzahlung verzichtet und entsprechende „kleine Beträge“ für die Anfang des Jahres mehrmals gestohlene Fahrleitung gespendet. So kamen immerhin 903 € zusammen – eine spontane weitere Sammelaktion zugunsten des ex Vestischen Großraumwagens 342 ergab nochmals knapp 500 € (plus eine größere Spende eines Teilnehmers), dieser soll ab 2017 in Gmunden (Oberösterreich) bei Stern & Hafferl restauriert werden. Der BMB-Vorstand dankte allen Spendern von ganzem Herzen – ein Super-Ergebnis diese Aktion!

Am Sonntag folgte noch eine Sonderfahrt mit zwei EVAG-Zügen nach Mülheim.
Vorausgegangen war in der Woche zuvor eine bunte, abwechslungsreiche Tagung mit Programmpunkten in Düsseldorf, Duisburg, Bochum, Essen und Dortmund, die allseits große Begeisterung fanden. Leider musste auch erfahren werden, das nicht alle Betriebe den Verband und das Programm entsprechend unterstützten! Besonders engagiert zweigten sich die Betriebe der Rheinbahn, Bogestra, EVAG, DSW H-Bahn und SWS Solingen. Die rund 60 Tagungsteilnehmer konnten die heutigen finanziellen Nöte selbst „erfahren“, sei es in Duisburg (wo nur ein Teil der Fahrzeugflotte einsatzfähig ist) oder auch in Essen (wo kaum ein U-Bahnhof „behindertengerecht“ zugänglich ist). Auch die Infrastruktur in Mülheim lässt derzeit so zu wünschen übrig, dass Oldtimer-Bahnen häufig nur Schritt fahren können. Ergänzt wurde das Fahrtenprogramm mit Besuchen bei der Grugabahn und der Modellausstellung OktoRail in Essen sowie der kleinen, aber sehr effektiven EVAG-Hauptwerkstatt. Am Tag darauf folgte eine umfangreiche Führung bei der H-Bahn in Dortmund, eine Verlängerung sollte hoffentlich bald möglich werden. Die Dortmunder Oldtimerbahnen wurden am Bahnhof Mooskamp besucht, mit ausgiebiger Rundfahrt. Allen ausrichtenden Vereinen wurde mit einer zusätzlichen Geldspende für ihre Leistung gedankt.

Die nächstjährige Verbandstagung findet in den drei Baltischen Staaten und in Helsinki statt, voraussichtlich zwischen 20. und Ende August 2017. Im Jahr darauf wird man in Magdeburg, mit Besuchen der Betriebe in Dessau, Halberstadt und Nordhausen (inkl. Harzbahn), tagen. Als Ergänzung sind die Region Leipzig – Halle vorgesehen, an den Tagungen können auch Nicht-Mitglieder teilnehmen.

> 10. August 1956 / Gründung des Vereins als Dachverband
> 26. – 29. März 1948 / 1. Nahverkehrsfreunde-Tagung im Ruhrgebiet, Leitung G. Stetza
> 20. – 25. August 2016 / 67. VDVA-Tagung an Rhein und Ruhr mit
> 26. – 28. August 2016 / Jubiläums-Wochenende „60 Jahre VDVA“ im Bergischen Land
> derzeit 124 Mitglieder, davon 7 Vereine (auf Gegenseitigkeit)
> Vorstand: Rolf Hafke (Vorsitzender), Axel Reuther (stellv. Vorsitzender), beide Köln; Bertold Schulz (Schatzmeister), Hamburg; Walter Vögele (Ehrenvorsitzender), Karlsruhe
> Internet: http://www.vdva.de
> eMail: buero@vdva.de
> Fax: 0 22 33 / 92 23 65

Flyer „60 Jahre VDVA“ (pdf-Format)

Anmerkungen:
1) Gemeinnützigkeit: Beabsichtigt war vor einigen Jahren eine Stiftung zu gründen. In NRW sind dafür 50.000 € Kapital notwendig, die beim jetzigen Zinssatz keinerlei Ertrag bringen. Somit wurde auf diese verzichtet und die Gemeinnützigkeit angegangen – da die Ursprungssatzung zur Zweckänderung keinen Eintrag beinhaltete, mussten nach BGB 100 Prozent der Mitglieder – im Umlaufverfahren – zustimmen; dies gelang im Frühjahr 2016!
2) „Straßenbahnen in den sechziger Jahren“ von Axel Reuther, Herausgeber VDVA,
erschienen beim Verlag Bern Neddermeyer, Umfang 144 Seiten im Format 17,5 x 23,5 cm, mit 168 Schwarz/weiß- und 32 Farbabbildungen, Verkaufspreis 19,80 €.
Das erste Jubiläumsbuch erschien 1999 anlässlich der 50. Jahrestagung: „Straßenbahnen in den vierziger Jahren“, das zweite Buch 2006 „Straßenbahnen in den fünfziger Jahren“.
3) eingesetzte Fahrzeuge bei der B M B in Wuppertal-Kohlfurth:
Nummer / ex Betrieb / Bauart / Baujahr / Hersteller
> 275 / Bogestra / 6x Gel-Tw / 1957 / Düwag
> 105 / Wuppertal (Berg. Kleinbahn) / 2x-Tw / 1927 / Talbot
> 94 / Wuppertal (Barmer Bergbahn) / 2x-Tw / 1928 / Schlöndorff
> 406 / Freiburg / 2x-ATw / 1953 / Rastatt (Verbandstyp)
> 41 / Solingen / 2x-ATw / 1952 / Schörling (Schleifwagen)

Hier einige Aufnahmen von der Tagung 2016:

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